Gesundheit auf Reisen nach Peru
Impfungen
Für die Einreise nach Peru gibt es keine besonderen Impfvorschriften. Eine Schutzimpfung gegen Gelbfieber wird dringend bei Reisen in die Amazonasregion empfohlen. Zudem kann der Nachweis einer Gelbfieberimpfung bei Einreise aus einem Infektionsgebiet erforderlich sein. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, die Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, ggf. Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza) vor Antritt der Reise zu überprüfen und aufzufrischen. Bei längeren Aufenthalten und Reisen in weniger touristische Gebiete werden zudem Impfungen gegen Hepatitis A und B, Tollwut und Typhus empfohlen.
Ab dem 12. Mai 2025 verlangt Ecuador ein internationales Impfzertifikat gegen Gelbfieber, wenn Sie aus Peru (sowie Brasilien, Bolivien oder Kolumbien) einreisen oder sich mehr als zehn Tage dort aufgehalten haben. Die Impfung muss mindestens zehn Tage vor der Einreise erfolgt sein. Das Zertifikat wird auch anerkannt, wenn es bereits in der Vergangenheit ausgestellt wurde, da eine einmalige Gelbfieberimpfung lebenslangen Schutz bietet.
Krankheiten
Malaria
Ein geringes Risiko an Malaria zu erkranken besteht im ganzen Land unter 2000 Meter. Im feuchten Amazonasgebiet ist das Risiko gemeinhin höher. Als malariafrei gelten Lima, die Küste südlich von Lima, Cusco, Machu Picchu, Ayacucho, Nazca und das Andenhochland. Gegen Mücken schützt man sich am besten mit heller, den Körper bedeckender Kleidung und Mückenschutz. Eine Standby-Medikation oder eine Prophylaxe sollte mit einem Reisemediziner besprochen werden.
Dengue-Fieber
Das Dengue-Fieber wird landesweit durch tagaktive Mücken übertragen. Symptome sind Fieber, Hautausschlag und Gliederschmerzen. Am besten schützen Sie sich auch hier durch helle, den Körper bedeckender Kleindung und die konsequente Verwendung eines Mückenschutzes.
Zika und Chikungunya
Neben Dengue-Fieber und Malaria werden auch Zika und Chikungunya durch Mücken der Gattung Aedes übertragen. Schwangere und Frauen, die schwanger werden möchten, wird dringend empfohlen, Reisen in von der WHO als Risikogebiet eingestufte Regionen zu überdenken – da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen besteht. Sprechen Sie vor der Reise unbedingt mit Ihrem Arzt.
Schutz vor Mückenstichen
Gegen Mücken schützt man sich am besten durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen: dichte, helle und körperbedeckende Kleidung, die Verwendung wirksamer Insektenschutzmittel sowie Moskitonetze im Schlafbereich.
Insektenschutzmittel
Bewährt haben sich Repellentien auf der Basis von DEET (Diethyltoluamid) oder Icaridin. Je nach Konzentration des Wirkstoffs hält der Schutz bis zu zwölf Stunden an. Icaridin ist eine gute Alternative zu DEET und verträgt sich besser mit Kunststoffoberflächen. Niedrig konzentrierte Produkte sind weniger empfehlenswert. Imprägnieren Sie zusätzlich Kleidung und Moskitonetze mit entsprechenden Mitteln – das erhöht den Schutz deutlich.
Höhenkrankheit
Peru ist ein Andenland und bei Ihrer Reise besuchen Sie nicht selten Höhenlagen von über 2.500 Metern (z.B. Cusco). Einige Menschen reagieren darauf mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Atemnot, Erbrechen oder Schwindel. Um die Höhenkrankheit (Soroche) zu vermeiden, ruhen Sie sich die ersten Tage nach Ihrer Ankunft aus, vermeiden körperliche Anstrengungen und trinken Sie viel, am besten Wasser oder Matetee. Bei akuteren Beschwerden können Tabletten eingenommen werden, die die Symptome lindern.
Durchfallerkrankungen
Die meisten Durchfallerkrankungen lassen sich leicht vermeiden, indem man ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinkt und Essen an Straßenständen meidet.
Unser Tipp!
Am besten Sie lassen sich vor Antritt Ihrer Reise nach Peru reisemedizinisch bei Ihrem Hausarzt oder dem Tropeninstitut beraten. Informationen zu empfohlenen Impfungen finden Sie auch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes und des Centrums für Reisemedizin.
Sonnenbrand & UV-Schutz
Aufgrund der geografischen Lage und der Höhenlage ist die UV-Strahlung in Peru – besonders in den Anden und an der Küste – erheblich stärker als in Mitteleuropa. Sonnenbrand und Augenschäden können schnell entstehen.
- Verwenden Sie täglich Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30 oder höher – auch bei bewölktem Himmel.
- Tragen Sie eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz.
- Meiden Sie die intensivste Sonneneinstrahlung zwischen ca. 11:00 und 15:00 Uhr.
- Leichte, die Haut bedeckende Kleidung ist besser als intensive Sonnencreme allein.
Reisekrankenversicherung
Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit Rückholversicherung ist für jede Reise nach Peru dringend empfohlen. Im Krankheits- oder Unfallfall können erhebliche Kosten entstehen, die ohne entsprechende Versicherung selbst zu tragen wären. Die meisten Versicherungen decken Reisen bis zu 42 oder 56 Tagen ab – überprüfen Sie dies vor dem Reiseantritt.
Im Falle einer ärztlichen Behandlung in Peru müssen die Kosten in der Regel sofort bar bezahlt werden. Bewahren Sie alle Belege und Rechnungen sorgfältig auf, um sich die Kosten später von Ihrer Versicherung erstatten lassen zu können. Notieren Sie auf den Belegen stets Krankheit und Therapie.
Medizinische Versorgung vor Ort
Die medizinische Versorgung in den großen Städten – Lima, Cusco, Arequipa – ist in privaten Kliniken und Krankenhäusern oft auf europäischem Niveau. Im öffentlichen Gesundheitssektor sowie in ländlichen Regionen kann die Versorgung jedoch deutliche Mängel aufweisen. Viele Hotels verfügen über eine Ärzteliste; über das nächste Konsulat können Sie auch deutschsprachige Ärzte erfragen.
Für kleinere Beschwerden finden Sie im ganzen Land gut ausgestattete Apotheken (farmacias), die oft bis spät abends und auch sonntags geöffnet sind. Medikamente sind günstig und werden gelegentlich auch ohne ärztliche Verschreibung abgegeben. Folgendes empfehlen wir in Ihrer Reiseapotheke mitzunehmen:
- Medikamente gegen Durchfall (z.B. Loperamid) und Elektrolytlösungen
- Schmerz- und Fiebermittel (Ibuprofen, Paracetamol)
- Wunddesinfektionsmittel und Verbandsmaterial
- Antiallergika (Antihistaminika)
- Ihre persönlichen Dauermedikamente in ausreichender Menge im Handgepäck
- Insektenschutzspray und ggf. Notfallmedikation (nach Absprache mit Arzt)
Unser Tipp: Alle gängigen Medikamente sind in Peru in Apotheken preiswert erhältlich. Dennoch empfiehlt es sich, persönliche Medikamente von zuhause mitzubringen.