Gesundheit und Reisemedizin in Ecuador
Impfungen
Bei der direkten Einreise von Europa nach Ecuador sind keine Pflichtimpfungen vorgesehen.
Alle Reisenden ab dem vollendeten 12. Lebensmonat, die aus Brasilien, Peru, Kolumbien, Bolivien sowie der Demokratischen Republik Kongo und Uganda nach Ecuador einreisen, müssen eine gültige Impfung gegen Gelbfieber vorweisen. Das Impfzertifikat wird auch dann anerkannt, wenn es bereits vor längerer Zeit ausgestellt wurde, da eine einmalige Gelbfieberimpfung lebenslangen Schutz bietet.
Für Reisen in die Provinzen östlich der Anden unter 2.300 m (Morona-Santiago, Napo, Orellana, Pastaza, Sucumbios und Zamora-Chinchipe, Esmeraldas) wird allen Reisenden ab dem vollendeten neunten Lebensmonat eine Impfung dringend empfohlen. Nicht generell empfohlen wird die Gelbfieberimpfung in Provinzen westlich der Anden unter 2.300 m: Guayas, Los Rios, Santa Helea und Santo Domingo de los Tsachilas sowie bestimmte Gebiete von Azuay, Bolivar, Canar, Carchi, Chimborazo, Cotopaxi, El Oro, Imbabura, Loja, Pichincha und Tungurahua. Nicht empfohlen ist die Gelbfieberimpfung für Gebiete oberhalb von 2.300 m sowie für Quito, Guayaquil und die Galapagos-Inseln.
Aus Ecuador kommend kann die Impfung bei Weiterreise in ein Drittland verlangt werden (z. B. bei Weiterreise nach Costa Rica)!
Es empfiehlt sich, die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen zu überprüfen und zu vervollständigen. Wichtig ist ein aktueller Schutz gegen Tetanus, da in Ecuador kein Tetagam (Tetanusimmunglobulin) zur Behandlung verfügbar ist. Zudem werden als Reiseimpfungen die Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Dengue-Fieber, Hepatitis B und Tollwut empfohlen. Bei Gefährdung ist die Tollwutimpfung wichtig, da für die Behandlung Ungeimpfter im ganzen Land kein Tollwutimmunglobulin zur Verfügung steht. Bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten kann eine Typhusimpfung erwogen werden.
Krankheiten & Prävention
Malaria
Das Malariarisiko in Ecuador ist insgesamt gering. Ein Übertragungsrisiko besteht unterhalb von 1.500 m Höhe – hauptsächlich in abgelegenen Teilen des Amazonastieflandes. Als malariafreie Gebiete gelten das gesamte Hochland, Quito, Guayaquil und die Galapagos-Inseln.
Wer in Risikogebiete reist, sollte sich vor der Reise bei einem Tropenmediziner beraten lassen. Wichtig: Malaria kann auch noch Wochen oder Monate nach der Rückkehr ausbrechen. Bei Fieber nach einem Ecuador-Aufenthalt sollte der behandelnde Arzt unbedingt auf die Reiseanamnese hingewiesen werden.
Dengue-Fieber und weitere Mückenerkrankungen
Dengue-Fieber wird durch die tagaktive Aedes-aegypti-Mücke übertragen und kommt in Tieflagen unter 1.000 m vor – sowohl an der Küste als auch im Amazonasgebiet. Aktuell gibt es weder eine allgemein zugelassene Impfung noch eine spezifische Behandlung. Zusätzlich können durch Mücken Leishmaniose und Chikungunya übertragen werden.nDer wirksamste Schutz ist die konsequente Vermeidung von Mückenstichen.
Mückenschutz
Da Malaria und Denguefieber in einigen Regionen unterhalb von 1000 m vorkommen, ist ein konsequenter Mückenschutz (langärmelige Kleidung/Hemden, lange, leichte Hosen, engmaschige Socken) ratsam. Außerdem sollte man stets gut mit Mückenspray vorbeugen.
Durchfallerkrankungen
Die meisten Durchfallerkrankungen lassen sich leicht vermeiden, indem man ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinkt und Essen an Straßenständen meidet.
Höhenkrankheit
Quito liegt auf 2.820 Metern über dem Meeresspiegel – viele Reisende spüren direkt bei der Ankunft die Auswirkungen der Höhe. Einige Menschen reagieren darauf mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Atemnot, Erbrechen oder Schwindel. Um die Höhenkrankheit (Soroche) zu vermeiden, ruhen Sie sich die ersten Tage nach Ihrer Ankunft aus, vermeiden körperliche Anstrengungen und trinken Sie viel, am besten Wasser oder Matetee. Bei akuteren Beschwerden können Tabletten eingenommen werden, die die Symptome lindern.
Unser Tipp!
Am besten Sie lassen sich vor Antritt Ihrer Reise nach Ecuador reisemedizinisch bei Ihrem Hausarzt oder dem Tropeninstitut beraten. Informationen zu empfohlenen Impfungen finden Sie auch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes und des Centrums für Reisemedizin.
Mückenschutz
Da Malaria und Denguefieber in einigen Regionen unterhalb von 1000 m vorkommen, ist ein konsequenter Mückenschutz (langärmelige Kleidung/Hemden, lange, leichte Hosen, engmaschige Socken) ratsam. Außerdem sollte man stets gut mit Mückenspray vorbeugen.
Reisekrankenversicherung
Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit Rückholversicherung ist für jede Reise nach Ecuador dringend empfohlen und für die Einreise sogar gesetzlich vorgeschrieben. Im Krankheits- oder Unfallfall können erhebliche Kosten entstehen, die ohne entsprechende Versicherung selbst zu tragen wären. Die meisten Versicherungen decken Reisen bis zu 42 oder 56 Tagen ab – überprüfen Sie dies unbedingt vor Reiseantritt.
Im Falle einer ärztlichen Behandlung in Ecuador müssen die Kosten in der Regel sofort vor Ort (oft per Kreditkarte oder bar) bezahlt werden, insbesondere in Privatkliniken, die den europäischen Standard bieten. Bewahren Sie alle Belege, medizinischen Berichte und Rechnungen sorgfältig auf, um sich die Kosten später von Ihrer Versicherung erstatten lassen zu können. Achten Sie darauf, dass auf den Belegen die Diagnose und die durchgeführte Therapie vermerkt sind.
Wichtig: Auch für die Einreise auf die Galapagos-Inseln ist eine gültige Krankenversicherung verpflichtend! Ohne Nachweis kann die Einreise verweigert werden. Stellen Sie sicher, dass Ihre Auslandskrankenversicherung auch für Galapagos gilt.
Medizinische Versorgung vor Ort
In den Metropolen Quito und Guayaquil ist die medizinische Versorgung im Privatsektor mit europäischen Standards vergleichbar. Der öffentliche Sektor und die medizinische Infrastruktur auf dem Land weisen dagegen deutliche Einschränkungen auf.
Wichtig: Vor der Aufnahme in eine Privatklinik wird in Ecuador regelmäßig eine Vorauszahlung in bar oder per Kreditkarte verlangt – und zwar unabhängig von einer bestehenden Krankenversicherung. Dies gilt ausdrücklich auch für Notfälle. Ohne diese Vorauszahlung erfolgt in der Regel keine Behandlung oder Diagnostik.
Apotheken (farmacias) sind im ganzen Land weit verbreitet und gut sortiert. Rezeptpflichtige Medikamente sind günstiger als in Deutschland, unterliegen aber weniger strengen Qualitätskontrollen. Einheimische Generika (medicamentos genéricos) entsprechen in der Zusammensetzung meist den importierten Markenmedikamenten. Folgendes empfehlen wir in Ihrer Reiseapotheke mitzunehmen:
- Medikamente gegen Durchfall (z.B. Loperamid) und Elektrolytlösungen
- Schmerz- und Fiebermittel (Ibuprofen, Paracetamol)
- Wunddesinfektionsmittel und Verbandsmaterial
- Antiallergika (Antihistaminika)
- Ihre persönlichen Dauermedikamente in ausreichender Menge im Handgepäck
- Insektenschutzspray und ggf. Notfallmedikation (nach Absprache mit Arzt)
Unser Tipp: Alle gängigen Medikamente sind in Peru in Apotheken preiswert erhältlich. Dennoch empfiehlt es sich, persönliche Medikamente von zuhause mitzubringen.