Einreise und IAATO-Richtlinien
Die Antarktis ist kein Staat: Der Antarktisvertrag von 1959 hat alle Gebietsansprüche eingefroren. Ein Visum für die Antarktis gibt es deshalb nicht – relevant sind Ihre Transitländer Argentinien und Chile.
Reisepass und Einreise
Sie benötigen einen gültigen Reisepass, ein Personalausweis genügt nicht. Beide Länder verlangen Gültigkeit für die gesamte Aufenthaltsdauer; wir empfehlen mindestens sechs Monate über das Rückreisedatum hinaus, weil Airlines und Reedereien diese Frist häufig eigenständig anwenden. Der Pass muss unbeschädigt sein und freie Seiten für Stempel haben.
Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte in Argentinien und Chile kein Visum; eine Reziprozitätsgebühr wird derzeit nicht erhoben.
WICHTIG: Einreisebestimmungen ändern sich kurzfristig. Verbindliche Auskünfte erteilen die diplomatischen Vertretungen und das Auswärtige Amt. Achten Sie darauf, dass Ihre Einreise korrekt vermerkt wird, und bewahren Sie alle Belege auf – viele Routen queren zwischen Argentinien und Chile, jede Querung ist eine eigene Ein- und Ausreise.
Zoll: Chile kontrolliert streng. Bei der Einreise ist eine SAG-Zolldeklaration auszufüllen; frisches Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse, Honig, Nüsse und Samen dürfen nicht eingeführt werden. Deklarieren Sie im Zweifel lieber – Falschangaben kosten empfindliche Bußgelder.
Die IAATO-Regeln
Alle seriösen Veranstalter sind Mitglied der IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators, gegründet 1991). Ihre Vorgaben setzen das Umweltschutzprotokoll des Antarktisvertrags um und sind für Sie verbindlich. Zu Reisebeginn nehmen Sie an einem Pflichtbriefing teil.
- Abstand zu Tieren: Mindestens fünf Meter – Objektiv und Stativ eingerechnet. Bei Seebären, brütenden Vögeln und Robben mit Jungtieren mehr. Grundsatz: Das Tier bestimmt die Distanz. Kommt ein Pinguin auf Sie zu, bleiben Sie stehen. Die Laufwege zwischen Kolonie und Wasser haben immer Vorfahrt. Nicht rufen, nicht nachlaufen, nicht füttern, nicht anfassen.
- Stiefeldesinfektion: Vor und nach jeder Anlandung Stiefel in den bereitgestellten Wannen waschen und desinfizieren. Das verhindert die Übertragung von Erregern zwischen Kolonien – seit dem Auftreten der Vogelgrippe noch strenger gehandhabt. Rechnen Sie mit Zusatzauflagen, etwa dem Verbot, sich an Land hinzusetzen oder Rucksäcke abzulegen.
- Kleidung reinigen: Vor der ersten Anlandung alle Taschen, Nähte, Klettverschlüsse und Hosenumschläge von Samen, Kletten und Erde befreien. Eingeschleppte Arten sind eine der größten Gefahren für die Ökosysteme – ein einzelner Grassamen genügt. Staubsauger stehen an Bord bereit.
- Leave no Trace: Nichts mitnehmen, nichts zurücklassen. Keine Steine, Knochen, Federn oder Fundstücke historischer Stätten – alles geschützt. Umgekehrt kein Müll, keine Kippen, keine Taschentücher. Essen und Toilettengänge sind an Land nicht erlaubt; die Landgänge sind entsprechend getaktet.
- Auf den Wegen bleiben: Moose und Flechten sind die einzige Vegetation der Antarktis und wachsen extrem langsam – ein Fußabdruck kann jahrzehntelang sichtbar bleiben. Vorsicht bei Schneefeldern, Spalten sind nicht immer erkennbar.
- Weiteres: Private Drohnen sind für Schiffsgäste nicht erlaubt. Forschungsstationen und historische Stätten nur nach Absprache. Mindestens ein Guide pro 20 Gäste, maximal 100 Gäste gleichzeitig an einer Landestelle.