Gesundheit und Reisemedizin

Impfungen

Impfungen sind bei der direkten Einreise aus Deutschland nach Kolumbien nicht vorgeschrieben.

Reisende ab dem Alter von einem Jahr, die aus Angola, Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo oder Uganda einreisen oder dort länger als 12 Stunden im Transit verbracht haben, müssen bei Einreise eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Ohne diesen Nachweis wird oft schon an den Abflughäfen, insbesondere in Brasilien, der Weiterflug nach Kolumbien nicht gestattet.

Für Reisen nach Kolumbien wird die Gelbfieberimpfung empfohlen - außer bei Reisen ausschließlich nach Bogotá, auf die Inseln San Andrès und Providencia sowie Gebiete oberhalb von 2.300 Höhenmetern. In Barranquilla, Cali, Cartagena und Medellín ist eine Gelbfieberimpfung nicht generell empfohlen.

Aktuell müssen Besucher in allen kolumbianischen Nationalparks einen gültigen Gelbfieberimpfnachweis (physisch oder digital) vorzeigen. Geimpfte, die den Nachweis nicht vorlegen können (z. B. bei Verlust), sowie ungeimpfte Reisende können ein Formular ausfüllen, in dem man versichert, dass man über die Bedeutung der Gelbfieberimpfung informiert wurde und die volle Verantwortung für etwaige Konsequenzen, die aus einem fehlenden Impfschutz entstehen können, übernimmt und die kolumbianischen Nationalparks sowie deren Vertreter von jeglicher Haftung im Falle gesundheitlicher Beeinträchtigungen entbindet. Allerdings garantiert das unterschriebene Formular nicht automatisch den Einlass in die Parks und die Nationalparkverwaltung behält sich das Recht auf Einlassverweigerung vor. Diese Maßnahme ist vorübergehend und hängt von der Entwicklung der gesundheitlichen Lage sowie der Anzahl gemeldeter Fälle ab. Bitte informieren Sie sich vor Abreise über die aktuellen Bestimmungen.

Hinweise für die Weiterreise: Aus Kolumbien kommend kann die Impfung (Nachweis durch Impfausweis im Original) bei Weiterreise in ein Drittland verlangt werden. Paraguay verlangt den Nachweis einer Gelbfieberimpfung für Reisende zwischen 1 und 59 Jahren, die aus Kolumbien (sowie Brasilien, Bolivien, Französisch-Guayana, Peru und verschiedenen afrikanischen Ländern) nach Paraguay einreisen oder aus Paraguay in eines dieser Länder ausreisen oder länger als 24 Stunden im Transit in diesen Staaten verbracht haben.

Bitte beachten Sie, dass die Gelbfieberimpfung erst 10 Tage nach Verabreichung wirksam und damit gültig ist.

Sehr zu empfehlen sind zudem die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen. Außerdem werden Impfungen gegen Hepatitis A und je nach individueller Indikation auch gegen Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber, Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

Durch mücken Übertragbare Krankheiten

Malaria
Unterhalb von etwa 1.600 m besteht landesweit ein geringes Malariarisiko, das in den nördlichen ländlichen Gebieten sehr gering ist; die Inseln San Andrés und Providencia gelten als malariafrei. Übertragen wird Malaria durch die abend- und nachtaktive Anopheles-Mücke. Da die Krankheit auch noch Wochen nach der Reise ausbrechen kann, sollten Sie bei Fieber unbedingt einen Arzt aufsuchen und ihn über den Aufenthalt in einem Malariagebiet informieren.

Dengue, Zika & Chikungunya
Diese Krankheiten werden von der tagaktiven Aedes-aegypti-Mücke übertragen. Zu den Symptomen von Dengue gehören Fieber, Hautausschlag und starke Gliederschmerzen; schwere Verläufe sind bei Reisenden selten. Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, Reisen in Risikogebiete zu meiden, da bei einer Zika-Infektion ein Risiko für frühkindliche Fehlbildungen besteht.

Mückenschutz
Der beste Schutz ist die Vermeidung von Stichen durch dichte, lange und möglichst helle Kleidung, Moskitonetze und Insektenschutzmittel. Repellentien auf Basis von DEET (Schutz bis zu 12 Stunden) oder dem kunststoffverträglicheren Icaridin haben sich bewährt – niedrige Konzentrationen sind nicht zu empfehlen. Für optimalen Schutz lassen sich Kleidung und Moskitonetze zusätzlich imprägnieren.

Höhenkrankheit

In Lagen über 2.500 m kann bei zu schnellem Aufstieg die Höhenkrankheit auftreten – auch Bogotá liegt bereits bei rund 2.600 m. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Atemnot, Übelkeit, Schwindel und Schlafstörungen; betroffen sein können alle, unabhängig vom Fitnessgrad. Meist hat sich der Körper nach ein bis zwei Tagen angepasst. Gehen Sie es die ersten Tage ruhig an, schlafen Sie ausreichend, trinken Sie viel (Wasser oder Tee, traditionell aus Kokablättern) und vermeiden Sie große Anstrengungen.

Sonnenschutz

Aufgrund der Höhenlage und der Nähe zum Äquator ist die UV-Strahlung sehr hoch. Verwenden Sie Sonnenschutz mit mindestens LSF 30, tragen Sie Kopfbedeckung und Sonnenbrille und meiden Sie die intensivste Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.

Medizinische Versorgung

In den Großstädten (Bogotá, Medellín, Cali, Cartagena) erreicht die private ärztliche Versorgung zum Teil europäisches Niveau; im öffentlichen Sektor und auf dem Land ist sie eingeschränkt. Behandlungskosten müssen in der Regel sofort bar bezahlt und später von der Versicherung erstattet werden (Krankheit, Therapie und Belege gut dokumentieren). Apotheken (farmacias) sind gut sortiert, oft bis spät und sonntags geöffnet, Medikamente vergleichsweise günstig. Für die Reiseapotheke genügen meist Mittel gegen Durchfall, Schmerzen und zur Wundversorgung sowie persönliche Medikamente.

Unser Tipp! Schließen Sie unbedingt eine Reisekrankenversicherung mit Rückholversicherung ab (viele gelten nur für Reisen bis 42 Tage) und lassen Sie sich vor Reiseantritt von Ihrem Hausarzt oder einem Tropenmediziner beraten. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl einer passenden Versicherung.