Essen und Trinken

Chiles Küche ist bodenständig, herzhaft und erstaunlich vielfältig. Das resultiert aus der über 4.000 Kilometer langen Pazifikküste, den fruchtbaren Tälern des Zentrums und einer bewegten Einwanderungsgeschichte. Spanische, deutsche, französische und – im Süden – kroatische Einflüsse sind bis heute auf dem Teller spürbar. Was Chile kulinarisch besonders macht, sind die überragend frischen Meeresfrüchte und die Weine von Weltrang. Auf Ihrer [Chile-Rundreise](https://www.gateway-lateinamerika.de/chile/) sollten Sie sich quer durch die Regionen probieren – von der Wüste bis nach Patagonien schmeckt das Land völlig unterschiedlich.

Die bekanntesten Gerichte

  • Curanto – Die berühmte Spezialität der Insel Chiloé: Meeresfrüchte, Fleisch, Kartoffeln und Würste werden schichtweise in einer mit heißen Steinen ausgekleideten Erdgrube gegart. In der Topfvariante heißt das Gericht „Pulmay".
  • Empanadas – Gefüllte Teigtaschen, klassisch als „empanada de pino" (Rinderhack, Zwiebeln, Ei, Oliven, Rosinen); an der Küste beliebt mit Käse und Meeresfrüchten. Ein Muss zu den Fiestas Patrias.
  • Pastel de Choclo – Herzhafter Maisauflauf mit einer Füllung aus Hackfleisch, Huhn, Ei und Oliven – ein Sommerklassiker. 
  • Cazuela – Kräftiger Eintopf aus Fleisch mit Kartoffeln, Kürbis, Mais und Gemüse; das chilenische Wohlfühlessen schlechthin. 
  • Caldillo de Congrio – Eine würzige Suppe vom Congrio (Meeraal), der Pablo Neruda sogar eine eigene Ode widmete.
  • Machas a la parmesana, Locos & Erizos – An der Küste unbedingt probieren: überbackene Schwertmuscheln, Seeohren (eine Delikatesse) und Seeigel. 
  • Chorrillana – Ein üppiger Berg Pommes, belegt mit Rindfleisch, Zwiebeln und Spiegelei – ideal zum Teilen. 
  • Completo – Chiles Version des Hot Dogs, großzügig mit Avocado, Tomate und Mayonnaise garniert („Completo Italiano" in den Farben der italienischen Flagge).

Getränke

  • Pisco Sour – Der beliebteste Cocktail des Landes aus Pisco (Traubenbranntwein), Zitronensaft, Zucker und Eiweiß. Über die „wahre" Herkunft des Pisco führen Chile und Peru übrigens eine liebevolle Dauerfehde. 
  • Terremoto – Wörtlich „Erdbeben": junger Weißwein (Pipeño) mit Ananaseis und einem Schuss Grenadine – süffig und mit ordentlich Wumms, vor allem zu den Fiestas Patrias. 
  • Mote con Huesillo – Ein süßes, alkoholfreies Kaltgetränk aus gekochtem Weizen und getrockneten Pfirsichen, das an jeder Straßenecke in Santiago verkauft wird. 
  • Chicha – Vergorener Most aus Trauben oder Äpfeln, traditionell rund um den Unabhängigkeitstag getrunken. 
  • Kaffee & Säfte – Kaffee wurde lange als Instantpulver serviert; in den Städten wächst inzwischen eine lebendige Café-Kultur. Dazu gibt es überall frische Fruchtsäfte (jugos).

Wichtig: Trinken Sie kein Leitungswasser – abgefülltes Mineralwasser mit (con gas) oder ohne Kohlensäure (sin gas) ist überall erhältlich.

Wein

Chile zählt zu den bedeutendsten Weinnationen der Welt. Das mediterrane Klima Zentralchiles, geschützt zwischen Anden und Pazifik, bietet ideale Bedingungen. Als Aushängeschild gilt die Rebsorte Carménère, die in Europa fast ausgestorben war und in Chile eine neue Heimat fand. Bekannte Anbaugebiete sind das Maipo-, Colchagua- und Aconcagua-Tal (kräftige Rotweine wie Cabernet Sauvignon und Carménère) sowie das kühle Casablanca-Tal (frische Weißweine wie Sauvignon Blanc und Chardonnay). Viele Weingüter (viñas) lassen sich besichtigen und laden zu Verkostungen ein – ein Höhepunkt jeder Reise durch das Zentraltal.

Regionale Spezialitäten

Jede Region hat ihre eigene Handschrift: Im Norden sorgen Quinoa und Lamafleisch für andine Einflüsse, im Zentrum dreht sich alles um Wein und das sonntägliche „Asado" (Grillfest). Der Süden rund um Valdivia, Puerto Varas und Frutillar ist von deutschen Einwanderern geprägt – hier gehört zur nachmittäglichen „Once" (der chilenischen Kaffeezeit) hausgemachter Kuchen. In Patagonien kommen das über offener Flamme gegarte Lamm („Cordero al palo") und die königliche Centolla (Königskrabbe) aus Punta Arenas auf den Tisch. Als Süßspeise allgegenwärtig ist der Manjar (Milchkaramell), etwa in Alfajores-Keksen. 

Unser Tipp: Mittags bieten viele Lokale ein günstiges Tagesmenü („menú" oder „colación") aus Vor- und Hauptspeise plus Getränk. Für fangfrische Meeresfrüchte lohnt der Besuch eines Fischmarkts – etwa des Mercado Central in Santiago oder des stimmungsvollen Mercado Fluvial in Valdivia.